PaulCamper-Auszahlung verstehen: Was bedeuten die einzelnen Posten?
Die erste PaulCamper-Abrechnung sorgt bei vielen Vermietern für Verwirrung: Der ausgezahlte Betrag ist deutlich niedriger als der vereinbarte Mietpreis, das Geld kommt in zwei Teilen, und die offizielle Zahlungsübersicht verrät nicht, wohin die Differenz verschwunden ist. In diesem Beitrag gehen wir eine echte Abrechnung Zeile für Zeile durch — und zeigen, wie du sie für deine Steuer korrekt erfasst.
Wo finde ich meine Abrechnung überhaupt?
Im PaulCamper-Dashboard unter Einnahmen gibt es drei Reiter: Übersicht, Zahlungen und Transaktionen. Die entscheidenden Details verstecken sich im Reiter Transaktionen: Erst wenn du dort eine einzelne Transaktion anklickst, öffnet sich ein kleines Fenster mit der vollständigen Aufschlüsselung — Tagespreis mal Tage, Reinigungsgebühr, Provision und die einzelnen Versicherungsposten.
Genau dieses Detailfenster ist die einzige Stelle, an der du alle Posten deiner Buchung siehst. Es gibt dafür keinen Export-Button und keine detaillierte Rechnung — dazu gleich mehr.
Die Posten im Detail — ein echtes Rechenbeispiel
So sieht die Aufschlüsselung einer typischen Buchung aus (6 Tage Vermietung):
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Mieteinnahme (71,67 € × 6 Tage) | + 430,00 € |
| Reinigungsgebühr | + 50,00 € |
| Vermittlungsprovision | − 48,00 € |
| Versicherung gesamt, davon: | − 204,29 € |
| Vollkaskoversicherung | − 149,38 € |
| Innenraumversicherung | − 10,71 € |
| Haftpflicht | − 17,28 € |
| Pannenschutz | − 26,92 € |
| Auszahlung auf dein Konto | 227,71 € |
Beträge aus einer echten Abrechnung. Die genaue Aufteilung variiert je nach Versicherungspaket und Buchung.
Was hinter den einzelnen Zeilen steckt:
Mieteinnahme: Dein Tagespreis multipliziert mit der Zahl der Vermiettage — der Kern deiner Einnahme. Merke dir die Vermiettage: Sie brauchst du später auch für die anteilige Abschreibung deines Fahrzeugs.
Reinigungsgebühr: Eine Pauschale, die der Mieter zusätzlich zahlt und die dir zufließt. Steuerlich eine ganz normale Einnahme.
Extras: Alles, was der Mieter optional dazubucht — Bettwäsche, Kindersitz, Fahrradträger, Vorzelt, Markise, Campingmöbel oder zusätzliche Kilometerpakete. Auch diese Beträge sind Einnahmen und tauchen in der Abrechnung als eigene Positionen auf, wenn welche gebucht wurden. Wer regelmäßig Extras anbietet, sollte sie sauber getrennt erfassen — sie können übers Jahr einen spürbaren Teil der Einnahmen ausmachen.
Vermittlungsprovision: Die Gebühr der Plattform, direkt von der Auszahlung abgezogen. Eine klassische Betriebsausgabe, die deinen steuerpflichtigen Gewinn mindert — aber nur, wenn du sie überhaupt erfasst.
Versicherung (bis zu vier Unterposten): Vollkasko-, Innenraum-, Haftpflichtanteil und ggf. Pannenschutz. Im Beispiel oben machen sie zusammen über 200 € aus — fast die Hälfte der Mieteinnahme! Auch das sind Betriebsausgaben. Ob sich statt der Plattform-Police eine eigene Vermietversicherung lohnt, klärt der Beitrag PaulCamper-Versicherung oder eigene Police?
Wichtig, wenn du parallel auf mehreren Portalen inserierst: Dieser Punkt ist plattformabhängig. Bei Yescapa etwa trägt der Mieter die Mietversicherung über die Servicegebühren — dort hast du folglich gar keine Versicherungs-Betriebsausgabe. Was das für deine Buchungen bedeutet, steht in Yescapa-Einnahmen versteuern.
IP und FP: Warum kommt das Geld in zwei Teilen?
Wer seine Zahlungsübersichten genau liest, findet dort die Kürzel IP und FP:
- IP — erste Auszahlung: der erste Teil der Buchung, etwa 50 % des Buchungswerts, meist rund um den Mietbeginn.
- FP — Schlusszahlung: die letzte Zahlung, mit der alle verbleibenden Einnahmen abzüglich der Provision überwiesen werden.
Eine einzelne Buchung erzeugt also in der Regel zwei Auszahlungen zu unterschiedlichen Terminen — und wenn Buchungsdaten nachträglich angepasst werden (etwa eine Verlängerung), können weitere Transaktionen zur selben Buchungs-ID hinzukommen. Für die Buchhaltung heißt das: Der Blick auf einzelne Kontogutschriften reicht nicht, um eine Buchung vollständig zu erfassen.
Warum die PDF-Zahlungsübersicht nicht reicht
Zu jeder Auszahlung stellt PaulCamper eine PDF-Zahlungsübersicht bereit. Sie enthält: Zahlungsdatum, Referenznummer, Buchungsreferenz — und eine einzige Summe. Was sie nicht enthält: die Aufschlüsselung in Mieteinnahme, Reinigungsgebühr, Extras, Provision und Versicherungsposten.
Für deine EÜR ist das ein Problem. Das Finanzamt will Einnahmen und Betriebsausgaben getrennt sehen — und den Nachweis dafür liefert nur die Detail-Aufschlüsselung aus dem Transaktionsfenster im Dashboard. Die PDF taugt als Zahlungsbeleg, aber nicht als Buchungsgrundlage. Was sonst noch als Beleg zählt und wie lange du alles aufbewahren musst, erklärt Belege & Buchhaltung für Camper-Vermieter.
So erfasst du die Abrechnung steuerlich richtig
Aus dem Beispiel oben ergeben sich für die EÜR nicht „227,71 € Einnahme", sondern:
| EÜR-Position | Betrag |
|---|---|
| Einnahmen (Miete + Reinigung) | 480,00 € |
| Betriebsausgaben (Provision + Versicherung) | 252,29 € |
| Gewinnwirkung dieser Buchung | 227,71 € |
Das Ergebnis ist dasselbe — aber nur die getrennte Erfassung hält einer Prüfung stand und weist deine Betriebsausgaben nach. Zwei Details, die dabei oft übersehen werden:
Versicherung ohne Vorsteuerabzug: Versicherungsprämien unterliegen der Versicherungssteuer, nicht der Umsatzsteuer. Wer mit Regelbesteuerung arbeitet, darf hier also keine Vorsteuer ziehen — die Posten werden brutto als Ausgabe gebucht.
Zuflussprinzip: Für die EÜR zählt das Datum, an dem das Geld tatsächlich auf deinem Konto eingeht (§ 11 EStG) — bei IP und FP also zwei verschiedene Termine, die auch in zwei verschiedene Jahre fallen können (Buchung über den Jahreswechsel!). Ob und wie deine Einnahmen überhaupt beim Finanzamt landen, erklärt PaulCamper-Einnahmen versteuern.
Der schnelle Weg: Abrechnung einfügen statt abtippen
Man kann all diese Posten natürlich von Hand aus dem kleinen Transaktionsfenster in eine Tabelle übertragen — bei jeder einzelnen Buchung, den ganzen Sommer lang. Oder man macht es sich einfach:
In CamperTax kopierst du den kompletten Text aus dem Detailfenster deiner Buchung und fügst ihn ein. Der PaulCamper-Import erkennt automatisch alle Posten — Mieteinnahme, Reinigungsgebühr, gebuchte Extras, Provision und jeden einzelnen Versicherungsposten — und legt sie als korrekt kategorisierte Buchungen an: Einnahmen als Einnahmen, Ausgaben als Ausgaben, die Versicherung automatisch ohne Vorsteuerabzug, und die Vermiettage gleich mit fürs Fahrzeug. Aus dem Beispiel oben werden mit einem Einfügen sieben saubere Buchungen. Welche Funktionen eine solche Lösung sonst noch braucht, zeigt der Überblick EÜR-Software für Wohnmobil-Vermieter.
Häufige Fragen
IP (erste Auszahlung) ist der erste Teil der Buchung — etwa 50 % des Buchungswerts. FP (Schlusszahlung) ist die letzte Zahlung, mit der alle verbleibenden Einnahmen abzüglich der Provision überwiesen werden. Eine Buchung erzeugt also meist zwei Auszahlungen.
Nein — sie weist nur den ausgezahlten Gesamtbetrag aus, ohne Aufschlüsselung. Für die EÜR brauchst du die einzelnen Posten aus den Transaktionsdetails im Dashboard. Die PDF taugt als Zahlungsbeleg, nicht als Buchungsgrundlage.
Extras wie Bettwäsche, Kindersitz oder Vorzelt sind Einnahmen aus deiner Vermietung — genau wie Mieteinnahme und Reinigungsgebühr — und sollten als eigener Posten erfasst werden.
Für eine korrekte EÜR solltest du Einnahmen und Ausgaben getrennt erfassen, nicht nur den Auszahlungsbetrag — sonst fehlt der Nachweis für deine Betriebsausgaben.
Die genaue Aufteilung kann sich je nach Buchung und Versicherungspaket unterscheiden — die grundlegende Logik (Miete, Reinigung und Extras als Einnahmen; Provision und Versicherung als Ausgaben) bleibt aber gleich.

