Praxis & Organisation

PaulCamper-Versicherung oder eigene Police? Was sich wirklich lohnt

Mike Knobel
22. Juni 2026 · 8 Min. Lesezeit
Wohnmobil-Versicherung für Vermieter
Kurz & knapp Ob sich eine eigene Vermietversicherung (SFVV) statt der PaulCamper-Police lohnt, hängt fast nur von deiner Auslastung ab: Die Plattform-Versicherung kostet nur an Miettagen, die eigene Police ist ein fester Jahresbeitrag plus Ummeldung und jährliche HU. Bei wenigen Vermiettagen ist die Plattform meist günstiger — den genauen Break-Even rechnest du mit deinen Zahlen im kostenlosen Versicherungsrechner aus.

Wenn du deinen Camper über PaulCamper vermietest, zahlst du automatisch für die Plattform-Versicherung mit — bei jeder Vermietung ein Stück vom Mietpreis. Viele Vermieter fragen sich irgendwann: Lohnt sich stattdessen eine eigene Versicherung? Die Antwort hängt fast ausschließlich von einer Zahl ab — wie oft du im Jahr vermietest. Wir zeigen dir, wie du das für dich selbst ausrechnest.

Wie die PaulCamper-Versicherung funktioniert

Wenn du keine eigene Vermietversicherung hast, nutzt du automatisch die Zusatzversicherung von PaulCamper. Die Kosten dafür werden direkt von deinen Mieteinnahmen abgezogen — die Höhe liegt je nach Fahrzeugtyp meist zwischen 15 und 30 Prozent des Tagesmietpreises.

Der entscheidende Vorteil dieses Modells: Du zahlst nur, wenn du tatsächlich vermietest. Steht dein Camper drei Monate ungenutzt, fallen auch keine Versicherungskosten an. Außerdem ersparst du dir die Ummeldung deines Fahrzeugs als Selbstfahrervermietfahrzeug (SFVV) — mit allem, was das an zusätzlichen Pflichten mit sich bringt.

Was eine eigene Vermietversicherung (SFVV) anders macht

Eine eigene Selbstfahrervermietversicherung ist das Gegenmodell: Du zahlst eine feste Jahresprämie, unabhängig davon, wie oft du tatsächlich vermietest. Dafür bist du nicht mehr an die Plattform-Konditionen gebunden.

Diese Variante bringt aber zusätzliche Pflichten mit sich: Das Fahrzeug muss offiziell als Selbstfahrervermietfahrzeug zugelassen werden, die Hauptuntersuchung ist dann jährlich statt alle zwei Jahre fällig, und du brauchst eine spezielle eVB-Nummer für die Zulassung.

Die entscheidende Zahl: dein Break-Even

Ob sich die eigene Police lohnt, ist im Kern eine Rechenaufgabe: Du vergleichst, was du übers Jahr an Plattform-Versicherungskosten zahlen würdest, mit der festen Jahresprämie einer eigenen Police.

Als Faustregel: Wer nur wenige Wochen im Jahr vermietet, fährt mit der Plattform-Versicherung in der Regel günstiger — die Kosten entstehen nur bei tatsächlicher Vermietung. Wer sein Fahrzeug dagegen einen Großteil des Jahres vermietet, für den kann sich die feste Jahresprämie einer eigenen Police lohnen, weil sie ab einer bestimmten Auslastung günstiger wird als der prozentuale Abzug pro Vermiettag.

Wo genau dieser Punkt liegt, hängt von drei Werten ab: deinem Tagesmietpreis, deiner geplanten Anzahl an Vermiettagen im Jahr, und der Prämienhöhe einer eigenen Police für dein Fahrzeug. Pauschale Aussagen wie „ab X Tagen lohnt es sich" greifen deshalb zu kurz — die Rechnung ist für jeden Vermieter etwas anders.

Rechne es für dein Fahrzeug aus

Genau für diese Entscheidung haben wir einen kostenlosen Versicherungsrechner gebaut. Du trägst deinen Tagesmietpreis und deine geplante Vermietdauer ein — der Rechner zeigt dir, ab welcher Auslastung sich eine eigene Police für dich lohnen würde, ganz ohne Login.

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Was ist mit der Selbstbeteiligung?

Ein Punkt, der oft durcheinandergeht: Die Selbstbeteiligung im Schadensfall trägt bei der PaulCamper-Versicherung grundsätzlich der Mieter, nicht du als Vermieter. Sie liegt bei der Standardversicherung bei 1.500 Euro; der Mieter kann sie über einen Komplettschutz freiwillig auf 250 Euro reduzieren.

Sind die Versicherungskosten steuerlich absetzbar?

Ja. Egal welches Modell du nutzt — die Versicherungskosten zählen als Betriebsausgabe und mindern deinen steuerpflichtigen Gewinn. Ein technischer Punkt, der bei der Buchhaltung wichtig ist: Versicherungsprämien unterliegen der Versicherungssteuer, nicht der Umsatzsteuer. Das heißt, sie werden ohne Vorsteuerabzug verbucht — ein Detail, das man bei der Erfassung leicht übersieht.

CamperTax bucht das bei der PaulCamper-Importfunktion automatisch korrekt: Die Versicherungskosten werden direkt aus der Abrechnung herausgelöst und mit dem richtigen SKR03-Konto erfasst. Worauf es bei einer solchen Lösung sonst noch ankommt, zeigt der Überblick EÜR-Software für Wohnmobil-Vermieter — und was die übrigen Posten deiner Abrechnung bedeuten, erklärt PaulCamper-Auszahlung verstehen.

Häufige Fragen

In der Regel nicht. Bei wenigen Vermiettagen im Jahr ist die Plattform-Versicherung meist die günstigere Variante, weil du nur bei tatsächlicher Vermietung zahlst.

Bei der Vermietung über PaulCamper bist du automatisch über die Plattform versichert — eine separate Entscheidung dagegen ist nicht möglich, solange du keine eigene Police abgeschlossen hast.

Ja — der kostenlose CamperTax-Versicherungsrechner errechnet mit deinen eigenen Zahlen (Tagespreis, geplante Vermietdauer), welches Modell für dich günstiger ist.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Versicherungsberatung (§ 2 StBerG). Die genannten Angaben zu PaulCamper-Konditionen (Versicherungskosten, Selbstbeteiligung) beruhen auf Recherchen von Juni 2026 und können sich seither geändert haben. Für die Richtigkeit und Aktualität dieser Angaben übernehmen wir keine Gewähr — maßgeblich sind ausschließlich die aktuellen Vertragsbedingungen von PaulCamper. Solltest du einen Fehler entdecken, freuen wir uns über einen Hinweis.

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