Wie CamperTax entstand: Vom Küchentisch zur App für Camper-Vermieter
Seit 2019 unterwegs, dann die Idee mit der Vermietung
Wir campen als Familie seit 2019. Unser Wohnwagen hat uns quer durch Europa begleitet — aber wie bei den meisten Besitzern stand er die meiste Zeit des Jahres ungenutzt auf dem Stellplatz. Versicherung, Wartung, Stellplatzmiete liefen trotzdem weiter.
Irgendwann kam die naheliegende Frage: Warum nicht vermieten, wenn wir ihn selbst nicht brauchen? Über PaulCamper haben wir es ausprobiert — und die Erfahrung war deutlich besser als befürchtet. Die Sorge, den eigenen Wagen Fremden zu überlassen, hat sich nicht bestätigt: Die Mieter waren überwiegend tolle Leute, die Abwicklung unkompliziert. Wer selbst über den Einstieg nachdenkt: Was du vor der ersten Vermietung wissen solltest.
Die erste Steuererklärung — und die Ernüchterung
Mit den ersten Einnahmen kam die erste ernsthafte Frage: Lohnt sich dafür eigentlich ein Gewerbe? Und wie versteuere ich das überhaupt richtig?
Bei der Recherche für meine Steuererklärung bin ich dann auf das gestoßen, was die Spielregeln seit 2023 grundlegend verändert hat: das Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG). Seitdem meldet jede Vermietplattform die Einnahmen ihrer Nutzer automatisch ans Finanzamt — bei Fahrzeugvermietung ohne jede Bagatellgrenze. Die Einnahmen kennt das Finanzamt also längst.
Was es nicht kennt: die Ausgaben. Plattform-Provision, Versicherungsposten, die Abschreibung des Fahrzeugs, Wartung, Reparaturen — all das mindert den steuerpflichtigen Gewinn erheblich, aber nur, wenn man es selbst sauber erfasst und geltend macht. Wie groß dieser Unterschied ist, hat mich damals überrascht: Aus scheinbar stattlichen Einnahmen wird nach Abzug aller Kosten oft ein sehr überschaubarer Gewinn — warum das so ist, steht hier.
Die Suche nach dem Tool, das es nicht gab
Als jemand, der beruflich seit 2008 Produkte entwickelt — seit 2019 digitale Produkte und Lösungen —, war mein erster Reflex natürlich: Dafür gibt es doch bestimmt ein Tool.
Gab es nicht. Die großen Buchhaltungsprogramme kennen weder PaulCamper-Abrechnungen noch die AfA-Besonderheiten eines teils privat genutzten Campers. Excel funktioniert theoretisch — praktisch heißt es: jede Abrechnung von Hand zerlegen, AfA-Formeln selbst bauen, Belege irgendwo zwischen Fotos und Schubladen. Nach der zweiten Saison war klar: So macht das keinen Spaß, und Fehler sind programmiert.
Der Product Owner übernimmt
Also habe ich gemacht, was ich beruflich jeden Tag mache — nur diesmal für mich selbst: das Problem sauber verstanden, die kleinste sinnvolle Lösung gebaut, am echten Anwendungsfall getestet, iteriert.
Aus dem ersten Feierabend-Werkzeug, das nur meine eigenen PaulCamper-Abrechnungen zerlegen konnte, wurde Schritt für Schritt mehr: die automatische Erkennung von Miete, Provision und Versicherungsposten, die AfA-Berechnung inklusive Privatanteil, der Beleg-Scan per Foto, der CSV-Import für alles Übrige, die fertige EÜR-Übersicht am Jahresende. Irgendwann war das Tool so weit, dass die Frage im Raum stand: Warum eigentlich nur für mich?
Denn das Problem hat nicht nur unsere Familie. Tausende private Vermieter stehen seit dem PStTG vor exakt derselben Herausforderung — und die wenigsten haben Lust, sich dafür in Steuerlogik und Tabellenkalkulation einzuarbeiten.
Was CamperTax heute ist — und was bewusst nicht
Heute ist CamperTax eine vollwertige Web-App für private und gewerbliche Camper-Vermieter: Einnahmen und Ausgaben erfassen, PaulCamper-Abrechnungen per Copy-Paste importieren, Belege fotografieren, AfA automatisch berechnen, mehrere Fahrzeuge verwalten, und am Ende eine fertige, kategorisierte EÜR-Übersicht — als Grundlage für die eigene Steuererklärung oder für den Steuerberater, inklusive DATEV-Export. Was das im Vergleich zu Excel und generischer Software bedeutet, habe ich hier ehrlich aufgeschrieben.
Dazu ist CamperTax inzwischen gewachsen, ohne die Ausgangsfrage aus dem Blick zu verlieren: Für alle, die — wie wir damals — ohne Gewerbe vermieten, gibt es heute eine eigene, kostenlose Anlage-SO-Zusammenfassung samt 256-€-Freigrenzen-Check, statt der EÜR-Sprache, die für diese Situation ohnehin nie gepasst hat. Und für alle mit mehreren Fahrzeugen zeigt jede Fahrzeug-Detailseite auf einen Blick, was ein Camper wirklich einbringt — Ergebnis pro Vermiettag, Plattformkostenquote, Auslastung — statt nur die nackte Gesamtsumme.
Genauso wichtig ist, was CamperTax bewusst nicht ist: keine Steuerberatung. CamperTax ist ein technisches Werkzeug, das Zahlen erfasst, ordnet und vorbereitet (§ 2 StBerG) — die steuerliche Bewertung und die Einreichung bleiben bei dir oder deinem Steuerberater. Diese Grenze ist kein Kleingedrucktes, sondern Teil des Konzepts: Ein gutes Werkzeug weiß, wo seine Aufgabe endet.
Berufung trifft Leidenschaft
Für mich persönlich ist CamperTax die Schnittstelle aus zwei Welten, die vorher nebeneinander herliefen: zehn Jahre Produktmanagement und seit 2019 digitale Produkte und Lösungen im Beruf — und privat die Camping-Leidenschaft, die Neugier auf neue Technologien und die Lust, Dinge einfach mal auszuprobieren. Selten passt beides so direkt zusammen wie hier: Ich bin gleichzeitig der Produktmanager und der anspruchsvollste Nutzer meines eigenen Produkts. Jede Funktion, die es in die App schafft, hat vorher meine eigene Steuererklärung überstehen müssen.
Wie es weitergeht
CamperTax wächst genauso weiter, wie es entstanden ist: am echten Bedarf entlang, im Austausch mit Vermietern, Schritt für Schritt. Wenn du selbst vermietest — probier es aus und sag mir, was fehlt. Genau daraus ist bisher jede gute Funktion entstanden. Wie CamperTax heute aussieht und was sich mit dem großen Redesign für dich verbessert hat, steht in CamperTax im neuen Design.
Häufige Fragen
Nein — CamperTax ist ein unabhängiges Projekt, das aus eigenem Bedarf entstanden ist und nutzernah weiterentwickelt wird. Das hält die Wege kurz: Feedback landet direkt beim Entwickler.
Ja — der Einstieg ist kostenlos, ohne Kreditkarte. Erweiterte Funktionen wie unbegrenzte Importe oder der DATEV-Export sind Teil der Bezahl-Tarife.

