Wohnmobil direkt vermieten oder über eine Plattform?
Ob PaulCamper, Yescapa oder komplett auf eigene Faust: Alle drei Wege sind steuerlich gleich zu behandeln — die PStTG-Meldepflicht und deine EÜR kennen keinen Unterschied. Wirtschaftlich und organisatorisch unterscheiden sie sich aber deutlich.
Die drei Wege im Vergleich
Der wichtigste Unterschied ist nicht die Provision allein, sondern was du für sie bekommst: Reichweite, Zahlungsabwicklung und ein Stück Risikoabsicherung, das bei Direktvermietung komplett bei dir liegt.
| PaulCamper | Direktvermietung | |
|---|---|---|
| Provision (Vermieter) | 15 %1 | 0 % |
| Reichweite / Marketing | durch Plattform | eigene Kanäle nötig |
| Versicherung | Plattform-Modell (pay-per-day) oder eigene SFVV | eigene SFVV zwingend |
| Zahlungsabwicklung | übernimmt die Plattform | musst du selbst organisieren |
| Haftungsschutz bei Ausfällen | Plattform-Prozesse greifen | trägst du komplett selbst |
| Eigener Zeitaufwand | geringer (Buchungsanfragen, Übergabe) | höher (Akquise, Verträge, Kommunikation) |
Bei Yescapa liegt die Vermieter-Provision mit rund 4 % deutlich niedriger2 — dafür läuft die Versicherung anders: Für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge bietet Yescapa ein eigenes Paket über die Allianz an (Voll- und Teilkasko, Selbstbeteiligung je nach Tarif zwischen 800 € und 1.500 €). Alternativ kannst du wie bei PaulCamper auch deine eigene Vermietversicherung einbringen — dein Schadenfreiheitsrabatt bleibt dabei unberührt, unabhängig davon ist die gesetzliche Kfz-Haftpflicht ohnehin Pflicht.3
Beispielrechnung: 100 Vermiettage/Jahr, 100 €/Tag, 45.000-€-Fahrzeug
| über PaulCamper | direkt vermietet | |
|---|---|---|
| Umsatz | 10.000 € | 10.000 € |
| − Provision | − 1.500 € (15 %) | 0 € |
| − Versicherung | − 2.800 € (Plattform, 28 €/Tag) | − 1.870 € (eigene SFVV, fix)4 |
| = Ergebnis vor sonstigen Fixkosten | 5.700 € | 8.130 € |
Rein rechnerisch liegt die Direktvermietung bei dieser Auslastung rund 2.400 € vorn. Das ist aber nicht die ganze Geschichte — der Unterschied ist der Preis für Bequemlichkeit, Reichweite und Risikoabsicherung, nicht „verschenktes Geld".
Was Direktvermietung wirklich kostet — auch wenn's nicht in Euro steht
- Akquise: Ohne Plattform-Marktplatz brauchst du eigene Sichtbarkeit — Website, Social Media, Empfehlungen, ggf. Verbands-Netzwerke wie den Caravan-Vermieter-Bund (CVB).
- Vertragsmanagement: Mietverträge, Übergabeprotokolle, Kautionsabwicklung — alles, was die Plattform im Hintergrund erledigt, machst du selbst.
- Risiko im Streitfall: Bei Schäden oder Zahlungsausfällen gibt es keine Plattform, die vermittelt oder eine Rückhalteposition bei der Auszahlung bietet.
- Startaufwand: Eine eigene SFVV-Police und die Ummeldung als Selbstfahrervermietfahrzeug brauchen Vorlauf, unabhängig von der Auslastung.
Für wen was passt
- Wenig Auslastung, erste Vermietung: Plattform — geringeres Risiko, kein Fixkosten-Klotz durch die eigene SFVV.
- Hohe, planbare Auslastung, eigenes Netzwerk (z. B. über Verbände): Direktvermietung kann sich finanziell lohnen — wenn der Mehraufwand tragbar ist.
- Realistisch für die meisten: eine Mischung — Stammkunden direkt, Rest über Plattform. Auch das lässt sich sauber buchen, egal welcher Kanal.
Fazit
Es gibt keine grundsätzlich „bessere" Variante — nur eine, die zur eigenen Auslastung und zum eigenen Zeitbudget passt. Was zählt, ist, beide Wege ehrlich durchzurechnen, bevor man sich festlegt — und sie bei Bedarf zu kombinieren.
Egal wie du vermietest — CamperTax bucht Plattform- und Direkteinnahmen gleich sauber, mit derselben EÜR und demselben PStTG-Blick auf die Summe.
Häufige Fragen
Ja. Du brauchst dafür kein Marktplatz-Konto — nur eine passende Versicherung (eigene Selbstfahrervermietversicherung, kurz SFVV) und, je nach Umfang, eine Gewerbeanmeldung. Steuerlich und bei der PStTG-Meldung spielt es keine Rolle, ob eine Plattform dazwischensteht oder nicht.
PaulCamper berechnet Vermietern 15 % des Mietpreises als Vermittlungsprovision. Bei Yescapa liegt die Vermieter-Provision bei rund 4 %, dafür unterscheidet sich das Versicherungsmodell.
Ja, zwingend. Ohne Plattform gibt es keine automatisch mitlaufende Vermiet-Versicherung — du brauchst eine eigene Selbstfahrervermietversicherung (SFVV) oder eine gewerbliche Flottenversicherung, zusätzlich zur ohnehin gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflicht.
Yescapa bietet für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge ein Versicherungspaket über die Allianz mit Voll- und Teilkaskoschutz an, die Selbstbeteiligung liegt je nach Tarif zwischen 800 € und 1.500 €. Alternativ kannst du wie bei PaulCamper auch deine eigene Vermietversicherung nutzen — dein Schadenfreiheitsrabatt bleibt dabei unberührt.
Nein. Viele Vermieter kombinieren beides — Stammkunden und Wiederholungsbuchungen direkt, den Rest über eine oder mehrere Plattformen. Buchhalterisch macht das keinen Unterschied, solange jede Einnahme und Ausgabe sauber und dem richtigen Fahrzeug zugeordnet erfasst wird.

