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Praxis & Organisation

Wohnmobil direkt vermieten oder über eine Plattform?

Mike Knobel
4. September 2026 · 7 Min. Lesezeit
Wohnmobil mit geöffneter Tür auf einer Wiese — direkt vermieten oder über eine Plattform vermitteln lassen
Kurz & knapp Direktvermietung spart Provision — aber nicht die Arbeit, die eine Plattform sonst übernimmt. Wer genug Auslastung und Zeit für eigene Akquise hat, verdient über Direktvermietung rechnerisch mehr. Wer Reichweite, Zahlungsabwicklung und Versicherungs-Bequemlichkeit sucht, zahlt dafür zu Recht Provision. Es gibt keine pauschal „bessere" Variante.

Ob PaulCamper, Yescapa oder komplett auf eigene Faust: Alle drei Wege sind steuerlich gleich zu behandeln — die PStTG-Meldepflicht und deine EÜR kennen keinen Unterschied. Wirtschaftlich und organisatorisch unterscheiden sie sich aber deutlich.

Die drei Wege im Vergleich

Der wichtigste Unterschied ist nicht die Provision allein, sondern was du für sie bekommst: Reichweite, Zahlungsabwicklung und ein Stück Risikoabsicherung, das bei Direktvermietung komplett bei dir liegt.

 PaulCamperDirektvermietung
Provision (Vermieter)15 %10 %
Reichweite / Marketingdurch Plattformeigene Kanäle nötig
VersicherungPlattform-Modell (pay-per-day) oder eigene SFVVeigene SFVV zwingend
Zahlungsabwicklungübernimmt die Plattformmusst du selbst organisieren
Haftungsschutz bei AusfällenPlattform-Prozesse greifenträgst du komplett selbst
Eigener Zeitaufwandgeringer (Buchungsanfragen, Übergabe)höher (Akquise, Verträge, Kommunikation)

Bei Yescapa liegt die Vermieter-Provision mit rund 4 % deutlich niedriger2 — dafür läuft die Versicherung anders: Für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge bietet Yescapa ein eigenes Paket über die Allianz an (Voll- und Teilkasko, Selbstbeteiligung je nach Tarif zwischen 800 € und 1.500 €). Alternativ kannst du wie bei PaulCamper auch deine eigene Vermietversicherung einbringen — dein Schadenfreiheitsrabatt bleibt dabei unberührt, unabhängig davon ist die gesetzliche Kfz-Haftpflicht ohnehin Pflicht.3

Beispielrechnung: 100 Vermiettage/Jahr, 100 €/Tag, 45.000-€-Fahrzeug

 über PaulCamperdirekt vermietet
Umsatz10.000 €10.000 €
− Provision− 1.500 € (15 %)0 €
− Versicherung− 2.800 € (Plattform, 28 €/Tag)− 1.870 € (eigene SFVV, fix)4
= Ergebnis vor sonstigen Fixkosten5.700 €8.130 €

Rein rechnerisch liegt die Direktvermietung bei dieser Auslastung rund 2.400 € vorn. Das ist aber nicht die ganze Geschichte — der Unterschied ist der Preis für Bequemlichkeit, Reichweite und Risikoabsicherung, nicht „verschenktes Geld".

Was Direktvermietung wirklich kostet — auch wenn's nicht in Euro steht

Egal welcher Weg: Steuerlich zählt am Ende die Summe aller Einnahmen — ob über PaulCamper, Yescapa oder direkt vom Mieter überwiesen. Für die Kleinunternehmergrenze (25.000 €) und die EÜR wird nicht nach Vertriebsweg unterschieden.

Für wen was passt

Fazit

Es gibt keine grundsätzlich „bessere" Variante — nur eine, die zur eigenen Auslastung und zum eigenen Zeitbudget passt. Was zählt, ist, beide Wege ehrlich durchzurechnen, bevor man sich festlegt — und sie bei Bedarf zu kombinieren.

Egal wie du vermietest — CamperTax bucht Plattform- und Direkteinnahmen gleich sauber, mit derselben EÜR und demselben PStTG-Blick auf die Summe.

Häufige Fragen

Ja. Du brauchst dafür kein Marktplatz-Konto — nur eine passende Versicherung (eigene Selbstfahrervermietversicherung, kurz SFVV) und, je nach Umfang, eine Gewerbeanmeldung. Steuerlich und bei der PStTG-Meldung spielt es keine Rolle, ob eine Plattform dazwischensteht oder nicht.

PaulCamper berechnet Vermietern 15 % des Mietpreises als Vermittlungsprovision. Bei Yescapa liegt die Vermieter-Provision bei rund 4 %, dafür unterscheidet sich das Versicherungsmodell.

Ja, zwingend. Ohne Plattform gibt es keine automatisch mitlaufende Vermiet-Versicherung — du brauchst eine eigene Selbstfahrervermietversicherung (SFVV) oder eine gewerbliche Flottenversicherung, zusätzlich zur ohnehin gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflicht.

Yescapa bietet für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge ein Versicherungspaket über die Allianz mit Voll- und Teilkaskoschutz an, die Selbstbeteiligung liegt je nach Tarif zwischen 800 € und 1.500 €. Alternativ kannst du wie bei PaulCamper auch deine eigene Vermietversicherung nutzen — dein Schadenfreiheitsrabatt bleibt dabei unberührt.

Nein. Viele Vermieter kombinieren beides — Stammkunden und Wiederholungsbuchungen direkt, den Rest über eine oder mehrere Plattformen. Buchhalterisch macht das keinen Unterschied, solange jede Einnahme und Ausgabe sauber und dem richtigen Fahrzeug zugeordnet erfasst wird.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Versicherungsberatung (§ 2 StBerG). Provisions- und Versicherungsangaben basieren auf den öffentlich zugänglichen Helpcentern der genannten Plattformen (Stand September 2026) und können sich ändern — prüfe die aktuellen Konditionen direkt beim jeweiligen Anbieter.

1: Provisionssatz laut PaulCamper-Helpcenter. 2: Provisionssatz laut Yescapa-Hilfe: Vergütung berechnen (variiert nach Land/Status). 3: Versicherungsmodell laut Yescapa-Hilfe: Versicherung für Eigentümer. 4: Eigene SFVV-Kalkulation wie in unserem Artikel „Lohnt sich Vermieten 2026?", extern plausibilisiert gegen rmp-verbund.de.

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